Schreibwerkstatt Pressearbeit | SEMINAR

Wer sich engagiert, wundert sich oft, warum seine Anliegen in den Medien keinen Platz finden. Liegt es an unattraktiven Pressetexten, am Desinteresse der Redaktionen? Womit und wie man sich interessant macht, erfahren Gewerkschaftsmitglieder in Seminaren von Michaela Ludwig und Sigrid Thomsen.

Sigrid Thomsen und Michaela Ludwig

Sigrid Thomsen und Michaela Ludwig

Journalisten mögen wohl keine Gewerkschaften – oder warum interessiert sich die Tageszeitung nicht für Berichte von Mitgliederversammlungen und Bildungsreisen? Wieso kam im Fernsehbericht über den Tarifkonflikt die Vorsitzende des Betriebsrats nicht vor? Das Desinteresse an Presseaktionen führt oft zu falschen Rückschlüssen und zum Aufgeben aller Versuche, seine Anliegen öffentlich zu machen. Dabei hilft es manchmal schon, sich in die Lage der anderen zu versetzen: Unter welchen Bedingungen arbeiten Zeitungsredaktionen? Wie wählen sie ihre Themen aus? Wie muss man ihnen präsentieren, was sie interessant finden sollen?

In der „Schreibwerkstatt“ üben die Teilnehmenden das sozusagen spielend ein. Sie setzen sich der Informationsflut und dem Auswahlprozess einer Zeitungsredaktion aus, betrachten ihre Themen aus deren Perspektive und trainieren, wie man eine Pressemitteilung und einen Zeitungsbericht aufbaut und schreibt. Michaela Ludwig und Sigrid Thomsen haben dafür ein Programm entwickelt, das kurze Vorträge und Diskussionen mit Übungen und Spiel mischt und Spaß macht, wie die ersten Erfahrungen in Schleswig-Holstein 2013 und 2014 gezeigt haben. Nach einem Tag oder einem Wochenende gehen die Teilnehmenden nicht als professionelle Journalisten nach Hause. Aber sie haben etwas Handwerkszeug und wieder Lust, es mit der Welt der Medien aufzunehmen. Und wir haben Lust, es nicht nur mit schleswig-holsteinischen Gewerkschaftsmitgliedern aufzunehmen – es wird auch mit anderen Spaß machen!